Galerie Quilt Et Textilkunst, München

– Textauszug aus dem Patchwork-Journal von Frau Gabriele Mayer

Als Quilt Et Textilkunst im Jahr 2001 seine neuen Räume am Sebastiansplatz 4 bezog, befanden sich im Rückgebäude, erreichbar durch einen malerischen Hinterhof, die ehemaligen Räume eines Seifensiederhauses aus dem Jahre 1800. Von dem Vorbesitzer als Lagerräume verwendet, bot das zweigeschossige Gebäude, das durch eine Stahlkonstruktion in zwei Ebenen unterteilt ist, einen äußerst verwahrlosten Anblick. Nur dem visionären Blick von Frau Christine Köhne, der Inhaberin von Quilt Et Textilkunst ist es daher zu verdanken, dass aus den tristen Räumlichkeiten eine heute vielbeachtete Galerie entstanden ist.

Ladenansicht - Eingang

Ladenansicht – Eingang

Die Idee war es, den vorhandenen Raum derart zu gestalten, dass es möglich wäre, die Verarbeitung jedweder textiler Flächen, vom herkömmlichen Patchwork bis zum Einsatz von neuartigen Materialien, einem interessierten Publikum zu präsentieren. Die Darbietung textiler Kunst sollte eine Neuheit in der Galerieszene in München werden.

Durch viel Eigenengagement und das Hinzuziehen einer Innenarchitektin war es möglich, den vorhandenen Raum in eine repräsentative Fläche zu verwandeln. Es wurde eine Lichtgestaltung konzipiert, die es den Besuchern ermöglicht, die zu sehenden Exponate aus jedem erdenklichen Blickwinkel zu betrachten, ohne durch lästige Schatten gestört zu werden. Gleichzeitig wurden in der Fläche unter der Empore die Installationen so geplant, dass hier neben der Ausstellungsfläche auf einer Grundfläche von 120qm ein einzigartiger, weil großzügiger Seminarraum entstand.

Seit ihrer Eröffnung am 17.6.2001 beherbergte die Galerie schon so namhafte, internationale Künstlerinnen, wie Heide Stoll-Weber (D), Charlotte Yde (DK), Lonni Rossi (USA), Keiko Goke (Japan) und Jan Mullen (AUS). Die „European art quilt foundation“ (NL) stellte bereits mehrfach Exponate ihrer stattfindenden Wettbewerbe für Ausstellungen zur Verfügung. Des Weiteren konnte Frau Köhne auf Grund ihrer großen Bekanntheit in Quilterkreisen auch immer wieder renommierte Quiltgruppen, wie „tex 21“ oder „quinTEXsenz“ für ihre Galerie gewinnen.

Mit jeder Ausstellung erweiterte sich der Horizont für Be- und Verarbeitung von textilen Flächen. Sara Lechner aus Österreich machte die Möglichkeiten von Tyvek® bekannt .Judith Mundwiler aus der Schweiz präsentierte die Schichtung transparenter Materialien. Charlotte Yde veranschaulichte den Transfer von Bildern. Claire Benn verdeutlichte die Vielfalt des Siebdrucks und Jan Mullen führte in die unbeschwerte Schnitttechnik ein.

Neben den Ausstellungen finden hier immer wieder Seminare statt. Von Anfängerkursen über das künstlerische Gestalten von textilen Flächen bis zu Seminaren der ausstellenden Künstler reicht dabei das Angebot, das zweimal im Jahr aktualisiert wird.

Mit ihrer Galerie hat Frau Köhne es geschafft, mitten im Herzen von München, nahe dem Viktualienmarkt und direkt am jüdischen Zentrum gelegen, den Besuchern ein Kleinod zu bieten. Hier kann man dem hektischen Treiben der Stadt für ein paar Minuten entfliehen und in einer Oase der Ruhe die wunderschönen Ausstellungen zu den unterschiedlichsten textilen Themen genießen. Und sollte man anschließend dem Virus des Quiltens erliegen, kann man sich im Quiltladen viele Anregungen holen. Das freundliche, fachkundige Team, das neben Frau Köhne im Laden anzutreffen ist, hilft gerne bei der Auswahl der Stoffe und Muster, sowie bei allen Fragen rund ums Quilten.